Vor kurzem erwähnte ich an gleicher Stelle einen FAZ-Artikel über ein gewisses “lonelygirl15″, die es beim Web 2.0-Aushängeschild YouTube zu einer gewissen Bekannheit brachte. Schon damals fragten sich Menschen, die sich die Videos tatsächlich angeschaut haben, ob denn das alles echt sei, doch nun ist es raus: “lobelygirl15″ ist ein FAKE. Bereits bevor sie ihr erstes Video auf der Plattform veröffentlichte, wurden Website und Markenname registriert. Dumm gelaufen… Nun ja, nun heulen sich die restlichen Selbstdarsteller in ihren Videos über die Kommerzialisierung ihrer ach-so-echten Plattform auf. Das erinnert so ein bissl an die Debatten in der Blogger-Welt (also YouTube-Nutzer ohne Webcam), ob den nun Werbung geschaltet oder Autos getestet werden dürfen oder nicht. Und überhaupt passen diese beiden Diskussionen in die scheinbar genetisch veranlagte Eigenschaften vieler Menschen, sich mit Sachen um ihrer Selbstwillen zu beschäftigen und sie nicht als Mittel zum Zweck zu sehen. Blogger meckern über das Blogverhalten anderer (worüber dann wieder andere meckern…), YouTuberER meckern über den Einzug der Künstlichkeit und evtl. der Kommerzialisierung in eine Gemeinde von Selbstdarstellern (”Brodcast yourself!”), anstatt es im Sinne der Bezeichnung MEDIUM zu nutzen, aber wat sulls… macht ja eh jeder, also warum nicht.
Viel spannender als diese Diskussion ist im Übrigens die Vermutung, dass es bei SpiegelOnline einen eigenen Redakteur nur für YouTube und Web 2.0 gibt. Aber leider bewahrheitet sich diese Theorie nur fast: Es jst Netzwelt-Ressortleiter Frank Patalong. Okay, Frank Patalong schreibt laut Archivrecherche auch noch über IFA, DigiCams etc., aber in letzter Zeit auffällig viel über Web 2.0 (in diesem Sinne zum Beispiel über das neue SpiegelOnline-Design) und vor allem über YouTube. Dank ihm kenne ich das Ende der Geschichte von “Lonelygirl15″ (hier) und Peter, dem Videorentner (dessen Video ich tatsächlich für gut 25 Sekunden geguckt habe, bevor es mir zu blöd war und der wahrscheinlich auch nur ein Fake ist…). Einen ersten Artikel über “lonelygirl15″ gab es im Übrigen bereits am 10. August bei FAZ Online.
Im Übrigen plädiere ich dafür, dass SpiegelOnline, wie schon am Beispiel von Perlentaucher.de, für ihre Web-2.0-Entwickelt-sich-mit-immer-neuen-und-ganz-viel-spannenden-Features- Netzweltsparte externe Inhalte einholt und zwar zum Beispiel beim Lektor. Warum? Hier und hier und noch ganz viele andere Sachen hätte zwei Vorteile: 1) Die Berichterstattung bei SpiegelOnline würde nicht mehr nur aus YouTube-Videos bestehen und 2) ich würde einen SpiegelOnline-Redakteur bzw. Freien Mitarbeiter kennen. Okay, wahrscheinlich gibt es noch tausende andere, die diesen Job machen könnten, aber das ist mein Vorschlag, damit Frank P. bitte wieder mehr über DigiCams oder anderer Sachen, die ich eh nicht lese, schreiben kann.